In Österreichs Gefängnissen sitzen mehr Menschen ein, als Plätze vorhanden sind, und die Lage ist besonders in einer Wiener Jugendanstalt angespannt.
Stell dir vor, in einem Raum, der für zwei Personen gebaut ist, müssen plötzend drei oder vier Leute schlafen. Genau das passiert laut Volksanwältin Gabriela Schwarz gerade in vielen österreichischen Gefängnissen. Am 1. Juni 2026 saßen 9.124 Menschen in Haft, obwohl es offiziell nur 8.422 Plätze gibt – die Auslastung liegt also bei 108 Prozent. Besonders betroffen ist die Jugendanstalt JA Münnichplatz in Wien, wo laut Justizwache-Bediensteten sogar Zusatzbetten in Zellen gestellt werden, weil für männliche Jugendliche zu wenig Platz ist.
Es gibt aber auch Leute, die versuchen, die Lage zu verbessern. Die Anstaltsleiterin Seada Killinger lobt ihr Team, das jeden Tag sein Bestes gibt. 120 Justizwache-Bedienstete sind gerade in Ausbildung und absolvieren Praxisblöcke am Münnichplatz. Außerdem helfen die benachbarte Anstalt JA Simmering und das Justizministerium mit, den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten. Für einen 15-jährigen Insassen, der Kontakt zur Terrormiliz IS hatte, war eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle Extremismus da, die mit ihm an seiner Abkehr von radikalen Ideen arbeitete. Auch der Verein Neustart unterstützt junge Häftlinge dabei, zurück in ein normales Leben zu finden.
