Eine Gewerkschafterin schlägt Alarm: In den österreichischen Gefängnissen gibt es immer mehr Insassen und immer weniger Wachpersonal.

In Österreichs Gefängnissen ist gerade viel los – und zwar nicht auf gute Art. Die Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft in Niederösterreich, Claudia Gradinger, hat im Fernsehen erklärt, dass die Zellen überfüllt sind. Zellen, die eigentlich für zwei Personen gedacht sind, werden mit drei oder vier Menschen belegt. Dadurch haben die Insassen sehr wenig Platz zum Bewegen. Außerdem bleiben die Werkstätten geschlossen, weil Personal fehlt. Viele Insassen verbringen bis zu 23 Stunden am Tag in ihrer Zelle und schauen fern oder liegen im Bett. Das macht eine sinnvolle Vorbereitung auf das Leben nach der Haft, die sogenannte Resozialisierung, fast unmöglich.

Es gibt aber Leute, die sich darum kümmern. Claudia Gradinger und ihre Gewerkschaft machen die Probleme in den Medien und bei der Politik öffentlich. Sie fordern, dass viel mehr Personal eingestellt und besser bezahlt wird. Auch die Volksanwaltschaft, also eine unabhängige Stelle, die die Rechte der Menschen im Land schützt, hat sich eingeschaltet. Sie hat vor allem auf die Lage in der neuen Jugendanstalt am Münnichplatz hingewiesen. So wächst der Druck auf die Regierung, endlich mehr zu tun.