Im Salzburger Land liegt eine alte Alm, die seit zehn Jahren sich selbst überlassen ist – Forschende beobachten dort, wie die Natur Schritt für Schritt zurückkehrt.

Stell dir vor, du wanderst auf 1.630 Meter über dem Meer und siehst eine Wiese, die sich langsam in Wald verwandelt. Genau das passiert gerade auf der Aschamalm in Salzburg. Vor zehn Jahren haben Menschen dort aufgehört, Tiere weiden zu lassen, und die 49,5 Hektar große Fläche einfach in Ruhe gelassen. Seither wachsen dort wieder Pflanzen, wie sie früher an solchen Orten gewachsen sind.

Forschende vom Nationalpark Hohe Tauern schauen sich das Areal ganz genau an. Sie zählen Pflanzen, untersuchen den Boden und schreiben auf, was sich verändert. Das Ganze heißt „Vegetationsökologisches Monitoring" – auf gut Deutsch: Sie beobachten, wie sich die Vegetation mit der Zeit von selbst entwickelt, wenn der Mensch nicht eingreift.

Das Spannende: Direkt neben der Aschamalm liegt das Wildnisgebiet Sulzbachtäler, eines von zwei großen Wildnis-Gebieten in Österreich. Wer dort unterwegs ist, kann also innerhalb weniger Kilometer zwei verschiedene Stadien von „Natur Natur sein lassen" vergleichen – eine Fläche, die einmal Alm war, und eine, die nie bewirtschaftet wurde. Für Wandererinnen und Wanderer ist das eine besondere Gelegenheit, den Wandel einer Landschaft live mitzuerleben.