Eine Umweltorganisation hat herausgefunden, wo in Österreich Naturwälder wachsen könnten – und fordert, dass diese besser geschützt werden.

Hast du gewusst, dass es in Österreich noch richtige wilde Wälder gibt? Damit sind Wälder gemeint, in die der Mensch seit langer Zeit nicht eingegriffen hat. Solche Naturwälder sind in Europa selten geworden – und deshalb besonders wertvoll. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat nun zusammen mit einem Waldexperten eine Karte erstellt, die zeigt, wo solche Flächen in Österreich vermutet werden. Insgesamt geht es um rund 2.707 Quadratkilometer. Das klingt riesig, ist aber nur etwa sieben Prozent der gesamten Waldfläche des Landes. Am meisten vermutete Naturwaldflächen gibt es in Tirol, der Steiermark, Salzburg und Kärnten.

Wie findet man heraus, ob ein Wald wirklich "wild" ist? Der Experte Matthias Schickhofer hat dafür Luft- und Satellitenbilder angeschaut. Wenn Bäume ungeordnet wachsen, keine breiten Forststraßen und keine großen Kahlschläge zu sehen sind und die Baumarten und Kronen so aussehen wie in bekannten Urwäldern, dann kommt das Waldstück auf die Karte. Eine Kartographin der TU Wien hat die Auswahl anschließend mit Statistik überprüft. Das Ergebnis: Die ausgewählten Flächen sehen tatsächlich viel "naturnäher" aus als andere Wälder.