Seit Montagmorgen konnten viele Berliner Gerichte nicht mehr richtig arbeiten, weil ihre Computer ausgefallen sind.
Was ist passiert? In Berlin gab es am Montag und Dienstag einen großen Computer-Ausfall an den Gerichten. Seit 6.30 Uhr morgens konnten sich Richterinnen, Richter und andere Beschäftigte nicht mehr an den Servern anmelden. Sie konnten keine elektronischen Akten öffnen, keine Mails lesen und teilweise gar nichts tun. Am Mittag wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Hause geschickt. Betroffen waren alle Amtsgerichte, das Kammergericht, die beiden Landgerichte und das Kriminalgericht in Moabit.
Wer hilft? Der landeseigene IT-Dienstleister ITDZ kümmert sich um die Technik. Er hat herausgefunden, dass ein Lizenzproblem bei einer Schnittstellensoftware die Ursache war – also eine fehlende oder abgelaufene Genehmigung für ein Programm, das zur Anmeldung an den Servern nötig ist. Die Präsidentin des Kammergerichts hat für Dienstagmorgen eine Videokonferenz mit den Direktorinnen und Direktoren der Gerichte einberufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Senatsjustizverwaltung erklärte am Abend, die Probleme seien größtenteils behoben.
Was kannst du tun? Es ist kein direktes Mitmachen nötig, aber du kannst das Thema im Blick behalten: Wenn du selbst einmal ein Gericht, einen Anwalt oder eine Behörde brauchst, plane etwas mehr Zeit ein und frage vorher telefonisch nach, ob Termine stattfinden. IT-Ausfälle an wichtigen Stellen zeigen, wie abhängig unsere Gesellschaft von funktionierender Technik ist – und warum es sich lohnt, über Datenschutz, Digitalisierung und den Zustand öffentlicher Infrastruktur mitzureden.
