Eine große Studie aus Zürich zeigt: Männer verlieren beim Marathon häufiger plötzlich ihr Tempo als Frauen.

Forschende der Universität Zürich haben über 870.000 Läufe des Berlin-Marathons ausgewertet. Dabei stellten sie fest: Fast 18 Prozent der Männer erleben einen plötzlichen Tempoeinbruch in der zweiten Hälfte des Rennens, bei Frauen sind es nur knapp 10 Prozent. Einen solchen Einbruch nennen Sportler „Hit the Wall" – die berühmte Wand, an die man beim Laufen stoßen kann.

Die Forschenden um Beat Knechtle haben mehrere Erklärungen. Frauen haben mehr Muskelfasern, die für Ausdauer gemacht sind, und ihre Energiespeicher arbeiten vielleicht etwas effizienter. Männer dagegen starten laut den Forscherinnen und Forschern oft zu schnell ins Rennen und unterschätzen, wie viel Kraft sie noch brauchen.

Co-Autor Aldo Seffrin sagt, fit und erfahren zu sein schütze Männer nicht unbedingt. Im Gegenteil: Wer unter drei Stunden läuft, bricht sogar sechsmal häufiger ein als gleich schnelle Frauen. Sein Tipp: Lieber ruhig starten und später das Tempo erhöhen.