In Österreich stellen sich heute bis zu 16.880 junge Frauen und Männer dem Medizin-Aufnahmetest MedAT, um einen von 1.950 Studienplätzen zu bekommen.
Stell dir vor, du willst Ärztin oder Arzt werden – dann musst du in Österreich zuerst einen harten Test bestehen. Der heißt MedAT und findet einmal im Jahr an allen medizinischen Unis gleichzeitig statt. Heute treten bis zu 16.880 Menschen an, aber nur 1.950 Plätze sind zu vergeben. Damit bekommt ungefähr jede neunte Person einen Studienplatz. Der Test dauert mehrere Stunden und besteht aus Aufgaben in Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie Aufgaben zum Textverstehen und zum Erkennen von Emotionen.
Das Problem ist aber nicht nur der Test allein. Schon seit Jahren zeigt die Forschung: Viele Medizin-Studierende kommen aus Familien, in denen es schon Ärztinnen oder Ärzte gibt. Eine Studie an den öffentlichen Medizin-Unis hat ergeben, dass 45 Prozent der Erstsemestrigen Ärztinnen oder Ärzte in der Verwandtschaft haben, bei 20 Prozent war der Vater Arzt, bei 6 Prozent die Mutter. Die Bundesregierung hat sich eigentlich zum Ziel gesetzt, dass bis 2025 die Hälfte der Studienanfänger aus einem nicht-akademischen Elternhaus kommen soll – erreicht wurde das bisher nicht.
