Das Schweizer Finanzdepartement will nicht akzeptieren, dass ein Gericht das Verfahren gegen die frühere Risikochefin der Credit Suisse, Lara Warner, gestoppt hat.
Stell dir vor, jemand sieht eine verdächtige Geldüberweisung auf einem Konto, meldet sie aber nicht sofort den Behörden. Genau das wirft der Schweizer Staat Lara Warner vor. Sie war bei der Grossbank Credit Suisse dafür zuständig, Risiken zu erkennen und zu melden.
Konkret geht es um fast 8 Millionen Dollar, die 2016 von Mosambik auf ein Schweizer Konto flossen und kurz darauf in die Vereinigten Arabischen Emirate weitergeschoben wurden. Das Geld stammte aus Krediten, die eigentlich für eine Thunfischflotte gedacht waren, aber wohl in dunklen Kanälen verschwanden.
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat das Verfahren gegen Warner nun eingestellt. Der Grund: Die Frist, um so eine Meldepflicht-Verletzung zu bestrafen, ist abgelaufen – juristisch heisst das Verjährung. Das Gericht sagt, das Geld sei schon seit 2017 nicht mehr auffindbar, deshalb begann die Verjährung früher zu laufen.
