In Wien endete ein Prozess wegen Falschaussage mit einer milden Lösung: Statt einer Verurteilung müssen zwei Frauen Geld zahlen und gemeinnützige Arbeit leisten.

Stell dir vor, du wirst vor Gericht als Zeugin befragt und sagst aus Versehen oder aus Nervosität etwas Falsches. Genau das ist zwei Frauen in Wien passiert. Sie waren in einen großen Fall verwickelt – es ging um den Laptop eines verstorbenen hohen Justizbeamten namens Christian Pilnacek. Bei einer früheren Befragung hatten sie nicht die Wahrheit gesagt.

Vor Gericht haben beide zugegeben, dass ihre Aussagen falsch waren. Eine der Frauen, P. genannt, sagte: „voll umfassend schuldig“. Sie erklärte, sie sei an dem Tag sehr nervös gewesen. Ihr Anwalt betonte, dass sie keine Vorstrafen hat und ihren Fehler später selbst gemeldet hat.

Der Richter fand die Aussagen der beiden Frauen glaubwürdig und schlug eine sogenannte Diversion vor. Das ist eine Art Deal: Das Gericht verzichtet auf eine Strafe, wenn die Beschuldigten bestimmte Aufgaben erfüllen. Beide Frauen stimmten zu. Sie müssen jetzt je 250 Euro zahlen und 180 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten – zum Beispiel in einem Sozialprojekt helfen.