Die Chefin des ORF, Ingrid Thurnher, sagt: Die Sparpläne der Regierung sind eigentlich verfassungswidrig – und sie will notfalls klagen.

Stell dir vor, dein Taschengeld wird plötzlich um ein Drittel weniger – und du weißt nicht, wofür du es noch ausgeben sollst. Ungefähr so geht es gerade dem ORF. Die Bundesregierung will dem Sender 85 Millionen Euro pro Jahr wegnehmen, und zwar ab dem 1. Jänner. ORF-Chefin Ingrid Thurnher hat jetzt ganz deutlich gesagt: Das ist ihrer Meinung nach „eigentlich verfassungswidrig“. Das bedeutet: Der ORF ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, und der Staat muss laut Verfassung dafür sorgen, dass er gut funktioniert und genug Geld hat. Wenn plötzlich so viel Geld gestrichen wird, könnte das gegen die Verfassung verstoßen.

Was heißt das konkret für dich? Der ORF überlegt, einige Sendungen zu streichen. Laut der Zeitung „Kurier“ könnten zum Beispiel Quizshows am frühen Abend und die „Millionenshow“ mit Armin Assinger in der Primetime verschwinden. Der Sender löst außerdem Geld-Reserven auf und schaut, wo er noch sparen kann. Trotzdem läuft im Programm gerade vieles gut: Der ORF hatte im Mai die besten TV-Quoten seit zehn Jahren, und auch der Eurovision Song Contest war ein Erfolg.