Nach dem schlechten Wahlergebnis in Graz räumt der steirische SPÖ-Chef Max Lercher Fehler ein und will die Partei neu ausrichten.

In Graz hat die SPÖ bei der Gemeinderatswahl nur 5,6 Prozent bekommen. Vor fast 40 Jahren waren es noch 42,5 Prozent. Lercher sagte dazu in der ZiB 2, die SPÖ habe sich zu sehr „mit uns selbst beschäftigt, aber nicht mehr mit den Bürgerinnen und Bürgern“. Die kommunistische KPÖ wurde mit ihrer Bürgermeisterin Elke Kahr stärkste Kraft, weil sie laut Lercher „gut auf die Leute zugegangen“ ist. Die SPÖ-Chefin Doris Kampus ist nach dem Ergebnis zurückgetreten. Eine Annäherung an die Kommunisten lehnt Lercher ab, er will wieder eine klare sozialdemokratische Linie.

Lercher verteidigte im Interview auch die wirtschaftlichen Beschlüsse der Regierung. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und die Verlängerung der Spritpreisbremse seien inflationsdämpfende Maßnahmen. Kritik an der umständlichen Umsetzung und an den geringen Einsparungen wies er zurück: Besser etwas tun als gar nichts. Im Gesundheitsbereich warnte er vor einem Abbau regionaler Strukturen und nannte die alte ÖGK-Reform von Sebastian Kurz ein „Milliardengrab ohne Verbesserungen“. Außerdem geht es laut Lercher nicht um Machtfragen, sondern darum, das Leben der Menschen besser zu machen.