Am 15. Juli 2016 hat ein Teil des türkischen Militärs versucht, die Regierung mit Gewalt zu stürzen – und damit das Leben vieler Menschen in der Türkei für immer verändert.
Was ist passiert? In der Nacht vom 15. Juli 2016 sind Teile des Militärs gegen die Regierung von Präsident Erdoğan mit Panzern und Kampfjets vorgegangen. Es gab Kämpfe in Istanbul und Ankara, viele Zivilisten haben sich den Putschisten entgegengestellt. In dieser Nacht wurden über 250 Menschen getötet und mehr als 2.000 verletzt. Präsident Erdoğan sprach in derselben Nacht von einem "Geschenk Gottes" – denn er nutzte die Krise, um seine Macht stark auszubauen.
Wer hilft? Nach dem Putsch wurden mehr als 100.000 Angestellte des Staates – darunter Lehrer, Richter, Ärzte und Polizisten – einfach per Dekret entlassen, oft ohne Gerichtsverfahren. Venteidiger und Angehörige klagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Eine Untersuchung der italienischen Menschenrechtsorganisation "Italian Federation for Human Rights – Italian Helsinki Committee" hat festgestellt, dass fast zwei Drittel der Betroffenen danach keinen festen Job mehr finden konnten und viele ausgegrenzt werden. Betroffene Akademiker kämpfen bis heute vor Gericht um ihre Wiedereinstellung.
