Im Juli 2016 gab es in der Türkei einen gescheiterten Militärputsch. Zehn Jahre später zeigt sich, wie stark sich das Land verändert hat.

Was ist passiert? Vor zehn Jahren, am 15. Juli 2016, hat ein Teil des Militärs in der Türkei versucht, die Regierung zu stürzen. Der Putsch ist gescheitert. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat gesagt, der Putsch sei ein "Geschenk Gottes" gewesen, und ihn der Gülen-Bewegung zugeschrieben. Seitdem hat die Regierung sehr hart gegen Kritiker vorgegangen. Oppositionspolitiker wie Ekrem İmamoğlu, der frühere Bürgermeister Istanbuls, sitzen im Gefängnis, und die gesamte Führung der größten Oppositionspartei CHP wurde von einem Gericht abgesetzt. Auch bei der Pressefreiheit steht die Türkei laut Reporter ohne Grenzen auf Platz 163 von 180 Ländern.

Wer hilft? In der Türkei gibt es noch Oppositionelle, Anwälte, Journalisten und Menschenrechtsorganisationen, die sich trotz des Drucks für Demokratie und freie Meinung einsetzen. Auch internationale Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder die EU beobachten die Lage. Einige Abgeordnete im Europäischen Parlament fordern, dass die EU ihre Menschenrechtspolitik gegenüber der Türkei überdenkt.