Im Juli 2016 versuchte das türkische Militär, Präsident Erdoğan zu stürzen. Der Putsch scheiterte, und seitdem hat Erdoğan die Armee stark geschwächt.
Was ist passiert? In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 rollten Panzer durch Ankara und Istanbul. Soldaten besetzten Brücken, Flughäfen und Fernsehsender. Sie wollten Präsident Recep Tayyip Erdoğan absetzen. Doch der Putsch scheiterte, weil viele Menschen auf die Straßen gingen und sich dem Militär entgegenstellten. Bei den Kämpfen starben Hunderte Menschen. Erdoğan blieb an der Macht.
Wer hilft, die Lage einzuordnen? Der Sicherheitsexperte Peter R. Neumann erklärt, dass Erdoğan aus dieser Nacht eine wichtige Lehre gezogen hat: Nie wieder soll das Militär ihm gefährlich werden können. Er habe die Streitkräfte systematisch "putschfest" gemacht, also so umgebaut, dass ein neuer Putsch fast unmöglich wird. Dazu wurden Tausende Soldaten verhaftet oder versetzt und neue Sicherheitsdienste aufgebaut, die direkt dem Präsidenten gehorchen.
