Vor zehn Jahren putschte das Militär in der Türkei – die Folgen spalten türkischstämmige Familien und Vereine in Deutschland bis heute.
Was ist damals passiert? In der Nacht zum 15. Juli 2016 rollten Panzer über die Bosporus-Brücken in Istanbul, Kampfflugzeuge flogen über Ankara. Teile des Militärs wollten Präsident Erdoğan stürzen. Doch der Putsch scheiterte nach einer Nacht, in der 251 Menschen starben. Präsident Erdoğan sprach später von einem "Geschenk Gottes". Viele Menschen in der Türkei glauben bis heute nicht an die offizielle Version der Ereignisse. In Nordrhein-Westfalen erinnern sich junge Deutsch-Türken wie Burak Can Kaba aus Bielefeld, der damals 14 war, noch gut an die Nacht: Sein Vater rief an und sagte, er solle zu Hause bleiben und die Nachrichten schauen. „Da war ein Unbehagen: In welche Richtung geht es jetzt eigentlich?", sagt er heute.
