Die USA werfen 60 Ländern – auch der EU und der Schweiz – vor, zu wenig gegen Produkte aus Zwangsarbeit zu tun, und wollen deshalb Strafzölle verhängen.
Stell dir vor, dein T-Shirt, dein Handy oder Tomaten aus der Ketchup-Flasche wären von Menschen genäht, gepflanzt oder gebaut worden, die das nicht freiwillig tun. Genau das sagen die USA gerade über Waren aus 60 Ländern, auch aus China, Indien und Südostasien. Präsident Donald Trump will deshalb zwischen 10 und 12,5 Prozent Extra-Zoll auf Produkte aus diesen Ländern erheben. Die Zölle gelten noch nicht: Bis zum 6. Juli können die Länder Einwände erheben, am 7. Juli gibt es eine Anhörung. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagt, es sei „inakzeptabel“, dass andere Länder solche Waren einfach importieren.
Viele Länder wehren sich. Die EU hat nach eigenen Angaben schon 2024 eines der strengsten Gesetze gegen Zwangsarbeit weltweit beschlossen. Bernd Lange, ein SPD-Politiker aus dem EU-Parlament, nennt die Vorwürfe der USA „völlig absurd“. Auch die Schweiz und Großbritannien sagen, sie tun bereits etwas gegen Zwangsarbeit. China bestreitet, dass es Zwangsarbeit im Land überhaupt gibt. Gleichzeitig hat der oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, im Februar schon einmal Zölle von Trump gekippt – diesmal soll eine andere Rechtsgrundlage herhalten.
