Eine grosse Umfrage unter 495 Chefs kleiner und mittlerer Firmen in der Schweiz zeigt: Die Laune ist so schlecht wie nie seit 2021.
Was ist passiert? Jedes Jahr fragt die Zeitung NZZ zusammen mit der Kalaidos Fachhochschule Chefs von kleineren und mittleren Unternehmen in der Schweiz, wie es ihnen geht. 495 Chefs haben dieses Mal mitgemacht. Ihre Antworten ergeben einen Wert von minus 7,3 Punkten. Das klingt abstrakt, bedeutet aber: Die Stimmung ist so schlecht wie seit dem Start der Umfrage im Jahr 2021 nicht mehr. Im Vorjahr lag der Wert noch bei minus 6,3. Besonders das Geschäft mit dem Ausland, vor allem mit den USA, bereitet den Firmen Sorgen. Dazu kommen steigende Rohstoffpreise, unsichere Lieferketten und viel Bürokratie.
Wer hilft? Viele Firmen sind nicht einfach nur pessimistisch, sondern zeigen, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen können. 64 Prozent der befragten Unternehmen schauen nach einer Krise genau hin, was schiefgelaufen ist, und überlegen, was sie beim nächsten Mal besser machen können. 82 Prozent geben an, dass sie in Krisen über den eigenen Aufgabenbereich hinaus mit anderen gemeinsam nach Lösungen suchen. Auch die Technik wird von vielen als Chance gesehen: Neue Technologien sind in der Umfrage der einzige klare Lichtblick. Ein Beispiel ist das Unternehmen Felco, das Gartenscheren herstellt, jedes Jahr neue Patente anmeldet und pro Jahr fast eine halbe Million Scheren zur Wartung zurückbekommt. Als die USA neue Zölle ankündigte, hatte Felco noch genug Scheren auf Lager, um vier Monate lang Kunden zu beliefern. Chef Nabil Francis sagt, die Schweiz müsse aufwachen, bevor es zu spät sei, und vergleicht das Land mit einer «einsamen Vegetarierin inmitten von Fleischfressern».
