Der neue Ministerpräsident Peter Magyar hat ein wichtiges Wahlversprechen umgesetzt: Neue Aufenthaltsgenehmigungen für Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten werden ab sofort nicht mehr ausgestellt.

Was ist passiert? Ungarn hat ein neues Gesetz erlassen. Damit dürfen Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union vorerst keine neuen Arbeitserlaubnisse mehr in Ungarn bekommen. Das betrifft vor allem Menschen aus den Philippinen, der Ukraine, China, Vietnam und Indien. Schätzungsweise 90.000 von ihnen arbeiten heute in Ungarn, das sind etwa zwei Prozent aller Beschäftigten. Wer schon eine Erlaubnis hat, darf bis zum Ende ihrer Gültigkeit bleiben. Ob sie verlängert werden kann, ist noch unklar.

Warum macht die Regierung das? Ministerpräsident Peter Magyar hat das im Wahlkampf versprochen. Er will, dass mehr ungarische Bürgerinnen und Bürger einen Job bekommen. Außerdem kritisiert er, dass bisher vor allem Agenturen von Geschäftsleuten aus dem Umfeld seines Vorgängers Viktor Orbán die Arbeitskräfte vermittelt haben. Magyar findet das nicht fair und will die Praxis stoppen. Mit dem Gesetz will er zudem verhindern, dass Firmen Löhne drücken, indem sie günstigere Arbeitskräfte aus dem Ausland holen.