In Österreich diskutieren Politik und Länder über eine große Reform des Gesundheitssystems – und nicht alle sind einverstanden.
Was ist passiert? Die österreichische Regierung hat Pläne für eine große Gesundheitsreform vorgestellt. Bis 2040 sollen rund 75 neue Facharztzentren entstehen, in denen Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. Das Ziel: Spitäler sollen entlastet werden. Kleine Spitäler sollen aber nicht einfach zugesperrt werden, sondern zu solchen Zentren umgebaut oder aufgewertet werden. Einzelordinationen – also eine Praxis von einer Ärztin oder einem Arzt – soll es weiterhin geben. Die Reform wird auch deshalb nötig, weil seit Jahren die Zahl der Kassenärzte stagniert, während es immer mehr Wahlärzte gibt, die keine Kassenverträge haben.
Wer hilft weiter? Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat bei einem Medientermin gesagt, dass kein Spitalsstandort geschlossen wird. Gleichzeitig wurde die Reform ein Jahr lang gemeinsam mit Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen erarbeitet. Die Gesundheit Österreich GmbH hat eine Studie mit dem Titel „Perspektiven zur Gesundheitsversorgung 2040“ veröffentlicht, die als Grundlage dient. Für junge Medizinstudierende sollen künftig Bonus-Systeme und Teilkassenverträge den Einstieg in die öffentliche Versorgung attraktiver machen.
Was kannst du tun? Wenn dich das Thema interessiert, lohnt es sich, Nachrichten weiterzuverfolgen – viele Details der Reform sollen erst bis Ende 2026 ausverhandelt werden. Du kannst dich auch bei einer Patientenanwaltschaft oder bei Jugendorganisationen informieren, die sich mit Gesundheitspolitik beschäftigen. Wer später selbst Medizin studieren will, sollte die neuen Bonus-Modelle im Auge behalten, die den Weg in die öffentliche Versorgung erleichtern sollen.
