Die SPD will verhindern, dass die Bundesregierung eine wichtige Unterstützung für Alleinerziehende kürzt – und legt sich damit mit dem Koalitionspartner CDU an.
Was ist passiert? Bundesfamilienministerin Karin Prien von der CDU plant, den sogenannten Unterhaltsvorschuss zu kürzen. Diese staatliche Hilfe bekommen Kinder, deren getrennt lebender Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Bisher gibt es das Geld bis zum 18. Geburtstag, künftig soll es laut Prien nur noch bis zum 16. Geburtstag gezahlt werden. Das wären fast 400 Euro im Monat weniger pro betroffenes Kind.
Wer hilft? Die SPD geht auf Konfrontationskurs zur CDU. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf nennt den Plan einen "Offenbarungseid" für Alleinerziehende. Auch Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und frühere Familienministerin, ist dagegen. Der Kinderbeauftragte der SPD im Bundestag, Truels Reichardt, sagt im Radio: "Das können wir in der Form so nicht mitmachen." Sogar die Diakonie, ein großer Wohlfahrtsverband, kritisiert den Vorschlag.
Was kannst du tun? Wenn dich das Thema interessiert, informiere dich über die Situation von Alleinerziehenden in Deutschland – zum Beispiel beim Statistischen Bundesamt oder beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter. Du kannst dich auch bei der Bundestagsjugend oder Jugendverbänden engagieren, die soziale Themen aufgreifen. Übrigens: Auch in deinem Umfeld kann das Thema eine Rolle spielen, denn in vielen Familien sind Mütter oder Väter alleinerziehend.
