Die Bundesfamilienministerin will eine wichtige Hilfe für Alleinerziehende kürzen – doch Verbände und Gewerkschaften laufen dagegen Sturm.
Wenn Eltern sich trennen, muss ein Elternteil für das Kind Geld zahlen – den sogenannten Unterhalt. Zahlt dieser Elternteil nicht, springt der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss ein. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will diesen Vorschuss aber nur noch bis zum 16. Geburtstag zahlen lassen, statt wie bisher bis zum 18.
Im Radio-Interview beim NDR hat Prien gesagt: „Anders als in anderen europäischen Staaten gebe es nur in Deutschland ein Unterhaltsvorschussrecht.“ Sie findet, dass der Vater oder die Mutter, der oder die nicht zahlt, stärker in die Pflicht genommen werden muss. Aus Sicht der Ministerin schont das aktuelle System vor allem die Elternteile, die ihrer Pflicht nicht nachkommen.
Ganz anders sehen das der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Kinderschutzbund. Elke Hannack vom DGB sagt, die Regierung dürfe Familien nicht noch mehr belasten. Der Kinderschutzbund fragt außerdem: Wie soll ein alleinerziehender Elternteil einen Ex-Partner zur Zahlung zwingen, wenn das schon der Staat nicht schafft?
