Wenige Wochen vor der Berlin-Wahl wechselt die CDU ihren Spitzenkandidaten: Statt Kai Wegner soll nun Finanzsenator Stefan Evers die Partei in den Wahlkampf führen.
Die Berliner CDU hat am Freitagabend eine wichtige Entscheidung getroffen. Statt Kai Wegner soll Stefan Evers als Spitzenkandidat in die Wahl am 20. September 2026 gehen. Evers ist gerade Finanzsenator und zusätzlich kommissarisch Kultursenator. Er ist 46 Jahre alt und sitzt schon seit 2011 im Berliner Abgeordnetenhaus für die CDU. Am Montag muss der CDU-Landesvorstand dem Wechsel noch offiziell zustimmen.
Warum wurde gewechselt? Kai Wegner war seit Monaten in der Kritik. Hintergrund war ein großer Stromausfall Anfang Januar, bei dem rund 100.000 Menschen in Südwest-Berlin teilweise tagelang ohne Strom waren. Wegner hatte gesagt, er habe zu Hause telefoniert und die Krise gemanagt. Durch gerichtliche Auskunftsverfahren und Berichte des RBB kam aber heraus, dass er am Morgen ein Tennismatch gespielt hatte. Das Vertrauen in ihn sank rapide. Eigene Parteimitglieder forderten in einem offenen Brief, dass er zurücktritt. Auch die Junge Union, FDP und AfD verlangten seinen Rückzug. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach schloss eine Zusammenarbeit mit Wegner nach der Wahl aus.
