Der Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Jens Spahn, ist mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden – und steht jetzt massiv in der Kritik, sogar aus seiner eigenen Partei.
Was ist passiert? Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke haben erzählt, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA hat das Baby zur Welt gebracht, der Junge heißt Georg. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. In den USA ist sie unter bestimmten Regeln erlaubt. Die CDU, also Spahns eigene Partei, lehnt Leihmutterschaft klar ab und hat erst im Februar im Bundestag gegen eine Erlaubnis gestimmt. Auch Spahn selbst hat sich früher, als er Minister war, gegen Leihmutterschaft ausgesprochen. Viele finden deshalb: Das ist Doppelmoral – also: Andere Regeln für sich selbst als für alle anderen.
Wer hilft jetzt? In der CDU und CSU melden sich viele Leute zu Wort, die das Verhalten von Spahn kritisch sehen. Der CDU-Landeschef aus Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, fordert, dass Spahn zurücktritt – also sein Amt abgibt. Auch der CDU-Stadtverband aus Brilon, der Heimatstadt von Bundeskanzler Friedrich Merz, hat einen offenen Brief geschrieben und fordert Spahns Rücktritt. Kanzler Merz hat gesagt, das CDU-Präsidium – das ist eine Art Vorstand der Partei – soll sich am Montag mit dem Fall beschäftigen. Bischöfe und Politikerinnen aus anderen Parteien wie der Linken haben Spahn ebenfalls kritisiert. Sie sagen: Wer so handelt, schadet dem Vertrauen in die Politik. Gleichzeitig gibt es auch einzelne Stimmen, die Spahn verteidigen, zum Beispiel der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch und der frühere CSU-Minister Andreas Scheuer. Sie finden: Ein Kind ist auf die Welt gekommen, das zählt auch.
