In Deutschland haben so viele Unternehmen wie seit über 20 Jahren nicht mehr Insolvenz angemeldet, und die Wirtschaftsforscher erwarten noch keinen baldigen Wendepunkt.

Im zweiten Quartal 2026 haben in Deutschland 4.996 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz angemeldet. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2005, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) berichtet. Besonders betroffen sind Branchen wie Bau, Immobilien, Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungen. Auch das Statistische Bundesamt und die Auskunftei Creditreform bestätigen den Trend.

Mehrere Stellen versuchen, die Lage zu erfassen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Das IWH wertet die Daten aus, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat die Wirkung früherer Hilfsprogramme untersucht, und Ökonomen wie Thomas Gitzel von der VP Bank oder Timo Emden von Emden Research beobachten die Märkte. In der Politik wird über steuerliche Entlastungen, schnellere Genehmigungen und gezielte Hilfen für betroffene Branchen diskutiert.