Im ersten Halbjahr 2026 haben 63 Bäckereien in Deutschland Insolvenz angemeldet – 40 Prozent mehr als im Jahr davor.
Viele Menschen kaufen ihr Brot heute nicht mehr beim Bäcker um die Ecke, sondern im Supermarkt oder Discounter. Dort stehen große "Backstationen", an denen die Brötchen frisch aufgebacken werden. Das ist oft billiger und bequemer, weil man den Wocheneinkauf gleich erledigt. Laut einer Umfrage von YouGov werden inzwischen 70 Prozent des Brotes in Deutschland im Lebensmittelhandel verkauft – also gar nicht mehr in echten Bäckereien.
Der Experte Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform erklärt, dass die Branche seit 2023 unter Druck steht. Steigende Preise für Mehl, Energie und Löhne machen das Backen teurer. Gleichzeitig achten viele Kunden sehr auf den Preis. Vor allem kleine Familienbäckereien haben da oft keine Chance, mitzuhalten. Auch größere Ketten wie Mecklenburger Backstuben, Bäcker Lampe, Keim & Brecht und Bäckerei Kayser mussten deshalb Insolvenz anmelden. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Backstube sind in der Statistik allerdings nicht erfasst, sodass die tatsächlichen Schließungen sogar noch höher liegen dürften.
