Im Mai sind mehr neue Bestellungen in der deutschen Industrie eingegangen als gedacht, berichtet das Statistische Bundesamt.

Stell dir vor, die deutschen Fabriken bekommen einen Monat lang neue Aufträge – von Kunden im In- und Ausland. Im Mai waren das 1,9 Prozent mehr als im April, wenn man Schwankungen ausgleicht. Fachleute hatten eigentlich nur mit gut einem Prozent gerechnet. Der April hatte vorher noch einen kräftigen Dämpfer gebracht, der aber etwas kleiner ausfiel als zuerst gemeldet. Grund für den Mai-Aufschwung sind vor allem ein paar große Aufträge, die viel Volumen auf einmal in die Bücher bringen.

Was steckt dahinter? Die Wirtschaft wird von großen Trends bewegt: Wer bestellt, glaubt an die Zukunft. Wenn weniger bestellt wird, denken Firmen oft, dass schlechte Zeiten kommen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sagt: Der Maschinenbau hat im Mai zwar mehr Aufträge bekommen, „doch das übergeordnete Bild schaut betrüblich aus“. Besonders die Autoindustrie müsse sich verkleinern, was Firmen wie den Maschinenbau mitziehe. Für dich heißt das: Ein guter Monat ist noch keine Wende, aber ein Zeichen, das man im Auge behalten sollte.