In Deutschland wurden im Mai 2026 mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr, trotzdem fehlt noch sehr viel bezahlbarer Wohnraum.

Im Mai 2026 haben die deutschen Behörden 21.000 neue Wohnungen genehmigt. Das sind 24,7 Prozent mehr als noch im Mai des Vorjahres. Eine Baugenehmigung bedeutet, dass ein Bauvorhaben vom Staat erlaubt wurde – gebaut ist die Wohnung damit aber noch lange nicht. Genehmigungen gelten aber als Zeichen dafür, dass in den nächsten Jahren mehr Wohnungen entstehen könnten. Von Januar bis Mai 2026 wurden insgesamt 104.700 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 15,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser Erholung ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter angespannt. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland rund eine Million Wohnungen, vor allem in den Großstädten. Viele junge Menschen und Familien suchen dort monatelang nach einer bezahlbaren Wohnung. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Wohnungen in Deutschland allerdings stärker gestiegen als die Bevölkerung. Der gesamte Wohnungsbestand umfasst 44 Millionen Wohnungen, im Durchschnitt hat jede Person rund 49,5 Quadratmeter Wohnfläche.

Die Politik versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Die Bundesregierung hat Förderprogramme für energiesparendes Bauen wieder aktiviert. Mit dem sogenannten "Bau-Turbo" sollen Genehmigungen schneller erteilt werden. Außerdem plant die Regierung, die Förderung der staatlichen KfW-Bank im Jahr 2027 neu zu ordnen, damit Investoren besser planen können. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der die Bauunternehmen vertritt, fordert unter anderem günstigere und verlässlichere Finanzierungen und eine Initiative namens "Gebäudetyp E", die das Bauen günstiger machen soll.