Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) prüft eine anonyme Anzeige gegen den Kronzeugen Thomas Schmid – die Zuständigkeit könnte sich dadurch verschieben.

Eine Person hat im Juni anonym Anzeige erstattet und wirft dem Kronzeugen Thomas Schmid Amtsmissbrauch vor. Die WKStA, also die Behörde, die in Österreich Wirtschaftsstraftaten und Korruption verfolgt, schaut sich die Vorwürfe jetzt genauer an. Das hat die WKStA der Nachrichtenagentur APA bestätigt, nachdem die Kronen Zeitung zuerst darüber berichtet hatte.

Die Sache ist auch deshalb brisant, weil Schmid in mehreren großen Verfahren eine wichtige Rolle spielt. Er hat im 'Postenschacher'-Prozess gegen den ehemaligen ÖVP-Klubobmann August Wöginger ausgesagt, im 'Ibiza'-U-Ausschuss und in einem Prozess gegen den früheren Bundeskanzler Sebastian Kurz. Außerdem liefen seit 2021 Ermittlungen gegen Kurz im Zusammenhang mit der ÖVP-Inseratenaffäre.

Wichtig zu verstehen: Bei dieser Meldung geht es nicht um einen neuen Skandal, sondern um eine Frage der Zuständigkeit: Wer darf den Fall bearbeiten, die WKStA in Wien oder die Staatsanwaltschaft in Linz? Im Mai hatte die Generalprokuratur die Ermittlungen nach Linz verwiesen. Jetzt kommt Bewegung in die Sache, weil die anonyme Anzeige jetzt inhaltlich geprüft wird.

Was du mitnehmen kannst: Wenn Zeugenaussagen in großen Prozessen plötzlich infrage gestellt werden, kann sich die Richtung eines Verfahrens ändern. Die Verteidigung von Kurz versucht laut Berichten immer wieder, die Glaubwürdigkeit von Schmid anzuzweifeln. Wie die Justiz am Ende entscheidet, ist noch offen.