Die Vereinten Nationen warnen: Etwa 566.000 Kinder in der WHO-Europaregion sind komplett ungeimpft.

Impfungen schützen vor Krankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Tetanus. Doch ein neuer Bericht von WHO und Unicef zeigt: Rund 566.000 Kinder in der WHO-Europaregion haben keine einzige Impfung bekommen – das ist ungefähr so, als wäre eine ganze Großstadt ohne Schutz. Weitere 258.000 Kinder sind nur teilweise geimpft und damit nicht vollständig geschützt.

Warum ist das ein Problem? Ohne Impfungen können sich Krankheiten schnell ausbreiten. In Deutschland zum Beispiel sind laut WHO nur 21.000 Kinder komplett ungeimpft. Das klingt wenig, aber Impfungen wirken nur, wenn sich genug Menschen impfen lassen – das nennt man Herdenimmunität. Bei Masern zum Beispiel liegt die erste Impfquote in Europa gerade mal bei 92 Prozent, aber es bräuchte fast 95 Prozent, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet.

Die WHO sieht mehrere Gründe für die Impflücken: In Kriegsgebieten können Impfprogramme nicht richtig laufen, weil die Infrastruktur zerstört ist. Gleichzeitig kürzen viele reiche Länder ihre Entwicklungshilfe – also Geld, mit dem zum Beispiel Impfstoffe in ärmeren Ländern bezahlt werden. Und dann gibt es noch Falschinformationen im Internet, die manchen Eltern Angst vor Impfungen machen.