Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so wenige Kinder adoptiert wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Du hast vielleicht schon einmal gehört, dass Kinder adoptiert werden. Das bedeutet, dass Erwachsene ein Kind rechtlich und mit ganzem Herzen als ihr eigenes annehmen. Im vergangenen Jahr waren das in Deutschland nur 3.517 Kinder. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat diese Zahl jetzt bekannt gegeben. Es ist die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990.

1993 gab es in Deutschland übrigens einen Höchststand von fast 8.700 Adoptionen. Danach wurden es immer weniger. Heute sieht die Situation anders aus: Drei Viertel der Kinder werden nicht von völlig Fremden adoptiert, sondern von einer Stiefmutter oder einem Stiefvater. Das bedeutet, dass ein Elternteil schon mit dem Kind zusammenlebt und der neue Partner oder die neue Partnerin das Kind offiziell adoptiert.

Ein wachsender Teil dieser Stiefkindadoptionen betrifft gleichgeschlechtliche Frauenpaare. Wenn ein Kind in eine Beziehung von zwei Frauen hineingeboren wird, kann die Partnerin der leiblichen Mutter nur durch eine Adoption rechtlich auch als Mutter gelten.