Eine neue Studie zeigt: Die Armut in Deutschland ist so hoch wie nie, und Politikerinnen und Politiker streiten über die Ursachen.

Was ist passiert? Der Paritätische Wohlfahrtsverband, ein großer Dachverband von Sozialorganisationen, hat am Dienstag einen neuen Bericht über Armut in Deutschland veröffentlicht. Das Ergebnis: 16,1 Prozent der Menschen hierzulande gelten als arm – das sind rund 13,3 Millionen Menschen. Besonders oft betroffen sind ältere Menschen über 65, Frauen über 75, Alleinerziehende und Menschen, die allein leben. In Bremen ist die Quote mit 27,5 Prozent am höchsten, in Bayern mit 12,6 Prozent am niedrigsten. Arm bedeutet in diesem Bericht: Man hat weniger als 60 Proenzt des mittleren Einkommens zur Verfügung.

Wer hilft? Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien haben auf den Bericht reagiert. Dennis Radtke von der CDU warnt davor, bei Sozialleistungen zu kürzen, weil das den Zusammenhalt in der Gesellschaft gefährde. Sören Pellmann und Heidi Reichinnek von der Linken fordern einen höheren Mindestlohn (15 Euro pro Stunde), mehr Tariftreue und eine Grundsicherung, die wirklich zum Leben reicht. Britta Haßelmann von den Grünen kritisiert die Bundesregierung scharf und sagt, die wachsende Armut sei ein Zeichen dafür, dass die Politik im Moment keine guten Antworten hat. Außerdem fordert sie, Alleinerziehende, Familien und Studierende stärker zu unterstützen, statt bei ihnen zu kürzen.