Wegen großer Hitze wurde im südfranzösischen Atomkraftwerk Golfech ein Reaktor abgeschaltet.
In Südfrankreich ist es gerade extrem heiß. Dadurch hat sich auch das Wasser des Flusses Garonne stark erwärmt. Der Betreiber EDF hat deshalb am Donnerstag einen der beiden Reaktoren im Kernkraftwerk Golfech vorsorglich abgeschaltet. Das Kraftwerk nutzt das Flusswasser zum Kühlen, und bei zu warmem Wasser darf es laut einer Regelung von 2006 nicht weiter einleiten. Eine Faustregel: Das Wasser darf nach der Nutzung höchstens 28 Grad haben, damit Fische und Pflanzen im Fluss keinen Schaden nehmen.
EDF erklärte, dass die Temperatur der Garonne am Freitag voraussichtlich die 28-Grad-Marke erreichen wird. Das Kraftwerk steht rund 90 Kilometer von der Stadt Toulouse entfernt. Der zweite Reaktor war laut EDF schon vorher wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Golfech produziert also gerade keinen Strom. Schon im Juni war hier ein Reaktor wegen Hitze kurz abgeschaltet worden und am 3. Juli wieder angelaufen.
Die Hitzewelle betrifft große Teile Frankreichs. Im Süden kletterte das Thermometer auf etwa 40 Grad, in vielen Regionen wurden mehr als 30 Grad gemessen. Die Zahl der Gebiete mit Warnstufe „orange“ stieg am Mittwoch von 61 auf 67. EDF will den Reaktor wieder hochfahren, sobald das Flusswasser unter den Grenzwert abkühlt. Bis dahin hängt viel davon ab, wie sich das Wetter entwickelt.
Das Kraftwerk nutzt Flusswasser zum Kühlen – das Prinzip: Wasser wird angesaugt, kühlt den Reaktor und wird wieder in den Fluss geleitet. Ist der Fluss aber schon heiß, darf nicht zusätzlich erwärmt werden, sonst leiden Fische und Pflanzen. Deshalb greift dann die 28-Grad-Regel. Solche Abschaltungen zeigen, wie Klimaextreme die Stromerzeugung beeinflussen können.
