Die Arbeiterkammer will, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei großer Hitze besser geschützt werden – auch in Innenräumen.

Wenn es im Sommer richtig heiß wird, leiden viele Beschäftigte – auf Baustellen, in Spitälern, in Schulen oder in Fabriken. Eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt: Schon ab 27 Grad Lufttemperatur lässt die Konzentration nach, und ab 30 Grad steigt das Unfallrisiko um sieben Prozent. Bei extrem großer Hitze kann man schwere körperliche Arbeit im Freien oft nur 15 bis 20 Minuten am Stück machen, bevor man eine längere Pause braucht.

Die Studie benutzt ein Modell, den sogenannten PHS-Index. Es schaut nicht nur auf das Thermometer, sondern auch auf Luftfeuchtigkeit, Sonne, Kleidung und wie schwer die Arbeit ist. So lässt sich berechnen, wie lange jemand sicher arbeiten kann und wann eine Pause nötig ist. Dafür wurden mehr als 17.000 Berechnungen durchgeführt.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb ein gesetzliches „Hitzefrei" – also klare Regeln, ab wann die Arbeit unterbrochen werden muss. Arbeitgeber sollen kühle Räume anbieten, Arbeitszeiten in kühlere Stunden verschieben und für genug Trinken sorgen. Auch für Innenräume wie Pflegeheime oder Fabrikshallen soll es künftig strengere Regeln geben.