Österreich hat eine wichtige EU-Frist verpasst, die für faire Gehälter zwischen Männern und Frauen sorgen soll.

Was ist passiert? Die EU hat eine Richtlinie beschlossen, die Unternehmen dazu bringen soll, Gehälter fairer zu machen. Beschäftigte sollen erfahren dürfen, was Kolleginnen und Kollegen im Durchschnitt verdienen, und Bewerberinnen und Bewerber sollen schon vor dem Gespräch wissen, was ein Job zahlt. In Österreich hätte diese Regelung bis zum 7. Juni in nationales Recht umgewandelt werden müssen. Doch die zuständige Ministerin Korinna Schumann von der SPÖ und die Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmervertreter konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Entwurf einigen. Nun will die Ministerin ein eigenes Gesetz vorlegen.

Wer hilft weiter? Viele Politikerinnen und Politiker, Gewerkschaften und Forschende setzen sich für die Umsetzung ein. Die Grünen drängen auf eine schnelle Lösung, und die Bundesarbeitskamter fordert faire Gehälter für Frauen. Das Momentum Institut hat ausgerechnet, dass etwa 41 Prozent der Beschäftigten in Österreich von klareren Regeln profitieren würden. Auch Expertinnen wie Charlotte Eblinger-Mitterlechner sprechen sich dafür aus, mehr über Gehälter zu reden, damit Frauen mehr verdienen können. Sie sagt: „Es scheint in Österreich kein Verständnis da zu sein, Frauen mehr zu bezahlen. Das ist aber der Sinn der Sache, Gehälter von Frauen anzuheben."