Weil das Meerwasser im Mittelmeer zu warm ist, hat ein großes Kraftwerk im Süden Frankreichs den Betrieb stoppen müssen – und auch mehrere Atomkraftwerke sind betroffen.
Was ist passiert? Im südfranzösischen Martigues steht ein Gaskraftwerk, das normalerweise Strom für viele Haushalte liefert. Am späten Donnerstagabend hat der Betreiber EDF es abgeschaltet. Der Grund: Das Wasser im Mittelmeer ist so heiß, dass das Kraftwerk sich nicht mehr richtig kühlen kann. Ohne Kühlung funktioniert ein Kraftwerk nicht sicher. In Frankreich deckt Atomkraft rund 70 Prozent des Stroms ab, deshalb wiegt es schwer, dass zusätzlich etwa 14 Prozent der Atomkraftleistung ausfallen – unter anderem, weil Flüsse zu warm oder zu trocken sind.
Wer hilft? Der Wetterdienst MeteoFrance beobachtet die Lage genau und sagt, dass die Hitzewelle in den nächsten Tagen nachlassen soll. Der Energiekonzern EDF versucht, die Stromversorgung so gut wie möglich abzusichern, und passt die Leistung der Reaktoren Schritt für Schritt an. Forscher wie Thibault Laconde vom Klimadaten-Unternehmen Callendar schauen sich die Daten an und erklären, was passiert – so können Politik und Gesellschaft besser vorbereitet sein.
Was kannst du tun? Achte zu Hause ein bisschen auf deinen Stromverbrauch: Lüfte nachts statt tagsüber, schalte Geräte aus, die du gerade nicht brauchst, und lass Handys und Laptops nicht dauerladen. Wenn du dich für das Thema interessierst, schau dir an, wo dein Strom eigentlich herkommt – das hilft dir zu verstehen, warum Wetter und Klima auch über deine Steckdose entscheiden.
