Weil es in Frankreich gerade extrem heiß ist, hat der Stromkonzern EDF drei Atomreaktoren vorübergehend ausgeschaltet.

Frankreich steckt mitten in der dritten Hitzewelle innerhalb von nur zwei Monaten. Die Temperaturen sind so hoch, dass die Flüsse sich stark erwärmen. Atomkraftwerke brauchen aber viel Wasser, um ihre Reaktoren zu kühlen – und dieses Wasser wird danach wieder erwärmt in den Fluss zurückgeleitet.

Damit die Fische und andere Lebewesen im Fluss nicht noch mehr unter der Hitze leiden, gibt es Regeln: Die Atomaufsichtsbehörde ASNR legt für jedes Kraftwerk fest, wie warm das Wasser höchstens sein darf, wenn es zurück in den Fluss fließt. Wird dieser Wert überschritten, muss EDF die Anlagen drosseln oder ganz abschalten.

Genau das ist am Sonntag passiert: Drei Reaktoren in Golfech, Bugey und Chooz wurden vom Netz genommen, sieben weitere wurden gedrosselt. EDF hat erklärt, dass dies "zum Schutz der Umwelt" notwendig war. Frankreich hat insgesamt 57 Atomreaktoren, die rund 70 Prozent des Stroms liefern – deshalb fällt jede Abschaltung ins Gewicht.