Bei einer erneuten Hitzewelle hat Frankreich mehrere Atomreaktoren abgeschaltet, weil das Wasser in den Flüssen schon zu warm ist.
In Frankreich ist es gerade extrem heiß – zum dritten Mal in diesem Jahr. Der Wetterdienst hat für 37 Gebiete die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Im Westen wurden über 40 Grad gemessen, der Spitzenwert lag sogar bei 42,3 Grad. Damit Kraftwerke und Menschen nicht noch mehr unter der Hitze leiden, hat der Energiekonzern EDF mehrere Atomreaktoren abgeschaltet oder ihre Leistung verringert.
EDF ist der größte Stromerzeuger Frankreichs. Das Unternehmen hat unter anderem in den Werken Golfech, Bugey und Chooz Reaktoren vom Netz genommen. In Saint-Alban, Blayais und Bugey wurden je zwei Reaktoren gedrosselt, einer in Chooz ebenfalls. Die abgeschaltete Leistung erreichte am Sonntag mit 9,2 Gigawatt einen Rekordwert – das sind rund 15 Prozent der gesamten Atomkraft-Kapazität Frankreichs. Frankreich hat insgesamt 57 Atomreaktoren, die etwa 70 Prozent des Stroms liefern.
Atomkraftwerke brauchen viel Kühlwasser aus Flüssen oder dem Meer, um nicht zu überhitzen. Das erwärmte Wasser wird anschließend wieder zurückgeleitet. Bei Temperaturen bis zu 33 Grad kann das für Fische und andere Lebewesen im Fluss zum Problem werden. Deshalb schreiben Umweltbehörden vor, wann ein Reaktor gedrosselt oder abgeschaltet werden muss. In Chooz an der Maas und in Bugey an der Rhône sowie in Golfech an der Garonne sind die Flüsse aktuell so warm, dass Eingriffe nötig sind.
Du kannst auf das Thema aufmerksam machen, zum Beispiel indem du mit Freundinnen und Freunden über den Zusammenhang von Klima und Energie sprichst. Achte in solchen Hitzewellen auf dich selbst: trink viel Wasser, halte dich in kühlen Räumen auf und hilf älteren Menschen oder Nachbarinnen, die Unterstützung brauchen. Auch beim eigenen Stromverbrauch lohnt es sich, bewusster zu sein – etwa Geräte nicht unnötig laufen lassen, wenn das Netz gerade ohnehin stark belastet ist.
