Eine Expertenkommission hat am Montag aufgedeckt, dass im österreichischen Strafvollzug vieles schiefläuft – vor allem im Umgang mit psychisch kranken Häftlingen.
Was ist passiert? Im Dezember 2025 ist ein psychisch kranker Mann in der Justizanstalt Hirtenberg gestorben. Die Untersuchung zeigt: Er war dort falsch untergebracht, die Zelle war für seine Behandlung nicht geeignet, und die Beamten waren nicht ausgebildet, um mit einem psychischen Notfall umzugehen. Als die Lage eskalierte, wurden Maßnahmen ergriffen, die laut Kommission völlig unangemessen waren. Eine fünfköpfige Kommission hat den Fall monatelang untersucht und am Montag ihren 180 Seiten langen Bericht vorgestellt. Das Ergebnis: Es gibt 78 konkrete Empfehlungen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Wer hilft jetzt? Justizministerin Anna Sporrer hat angekündigt, dass sich jetzt etwas ändern muss – Schluss mit „Weiterwurschteln wie bisher“. Bis Ende 2026 sollen alle Beamten in Österreichs Gefängnissen Bodycams tragen. Außerdem soll es bald mehr Schulungen geben, in denen Justizwachebeamte lernen, wie man mit psychisch auffälligen Menschen umgeht, ohne dass die Situation eskaliert. In der Justizanstalt Stein soll Anfang 2027 eine eigene Station für psychische Akutfälle eröffnen. Auch die Volksanwaltschaft und Amnesty International Österreich fordern, dass die Vorschläge wirklich umgesetzt werden.
