Eine neue Studie zeigt, dass viele Geflüchtete in Deutschland Probleme haben, einen Arzttermin zu bekommen oder überhaupt zu wissen, wo sie Hilfe finden.

Stell dir vor, du bist neu in einem Land, sprichst die Sprache noch nicht gut und weißt nicht, an wen du dich wenden sollst, wenn du krank bist. Genau das erleben viele Geflüchtete in Deutschland. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat über 11.000 Menschen befragt. Ein Drittel von ihnen findet es schwierig herauszufinden, wo sie medizinische Hilfe bekommen. Dazu kommen lange Wartezeiten: Im Schnitt musst du in Deutschland 42 Tage auf einen Facharzttermin warten – das sind neun Tage mehr als noch 2019. Für Geflüchtete aus der Ukraine gaben 40 Prozent an, dass sie lange warten mussten. Und wer auf dem Land in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt, hat oft weite Wege zur nächsten Praxis, weil es kaum Busse oder Bahnen gibt.

Es gibt aber Menschen und Organisationen, die helfen. Die Studienautorin Louise Biddle sagt, dass eine schnelle Behandlung nicht nur gesünder ist, sondern auch langfristig Kosten spart. Das DIW empfiehlt deshalb mehr mehrsprachige Informationen und eine bessere Anbindung ländlicher Unterkünfte. Auch die Politik ist gefragt: Bisher bekommen Asylbewerber oft nur eine Grundversorgung für akute Schmerzen oder Krankheiten. Für Ukrainerinnen und Ukrainer galt bisher eine Ausnahme, aber das könnte sich bald ändern. Der Bundestag wird darüber beraten, ob neu ankommende Ukrainer künftig ebenfalls nur eingeschränkte Leistungen erhalten.