Ein neuer Bericht zeigt, dass weltweit so viele Menschen wie nie zuvor vertrieben sind, und Fachleute kritisieren die Pläne der EU und Deutschlands im Umgang mit Geflüchteten.

Was ist passiert? Am Montag wurde in Berlin der Bericht „Globale Flucht“ vorgestellt. Demnach sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht – doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Die meisten fliehen vor Krieg oder den Folgen der Klimakrise, etwa Dürren und Überschwemmungen. Nur ein kleiner Teil von ihnen kommt nach Europa. Gleichzeitig tritt bald eine neue EU-Asylreform in Kraft, und Deutschland hat viele Aufnahmeprogramme gestoppt.

Wer hilft? Die Forscherinnen und Forscher des Berichts wollen mit ihrer Arbeit die Politik wachrütteln. Petra Bendel von der Uni Erlangen-Nürnberg fordert, dass Deutschland seiner Schutzverantwortung gerecht wird. Franck Düvell von der Uni Osnabrück kritisiert die Reform als handwerklich schlecht gemacht. Beide zeigen damit, dass es fachliche Alternativen und Verbesserungsvorschläge gibt. Auch in anderen Ländern wie Jordanien oder der Türkei nehmen Menschen Geflüchtete auf, obwohl die Lage dort oft schwierig ist.