Vor 30 Jahren wurde in Schottland ein Schaf geboren, das die Welt der Medizin für immer verändert hat.

Was ist passiert? Am 5. Juli 1996 kam im Roslin Institute bei Edinburgh ein Lamm zur Welt, das es eigentlich nicht geben durfte: Dolly. Sie war das erste Säugetier, das aus einer normalen Körperzelle eines erwachsenen Tieres geklont wurde. Bis dahin dachte man, das sei unmöglich. Von 277 Versuchen klappte nur dieser eine. Bekannt wurde Dolly erst Monate später, als die Fachzeitschrift Nature 1997 über den Versuch berichtete. Benannt wurde sie übrigens scherzhaft nach der Country-Sängerin Dolly Parton.

Wer hilft weiter? Dollys Geschichte hat vielen weiteren Forschenden den Weg geebnet. Der japanische Stammzellforscher Shinya Yamanaka nutzte Dollys Erkenntnis und entwickelte 2006 induzierte pluripotente Stammzellen, kurz iPSCs. Dafür bekam er 2012 den Nobelpreis. Heute arbeiten Teams wie jenes von Thomas Hildebrandt am Leibniz-Institut in Berlin daran, mit Zellmethoden das fast ausgestorbene nördliche Breitmaulnashorn zu retten. Und Forscherinnen und Forscher verändern Klonschweine so, dass ihre Organe vielleicht einmal Menschen helfen können.