Die österreichische Addiko Bank hat gleich zwei Interessenten: Die Raiffeisen Bank International und die slowenische NLB liefern sich ein Bieterduell.
Stell dir vor, deine Lieblingsbäckerei wird verkauft – und plötzlich gibt es zwei Käufer, die beide unbedingt den Zuschlag wollen. Genau so ist es gerade bei der Addiko Bank. Die RBI und die NLB wollen beide die österreichische Addiko Bank übernehmen, also aufkaufen.
Der Preis unterscheidet sich deutlich: Die RBI bietet 26,50 Euro pro Aktie, die NLB dagegen 37,00 Euro – also 10,50 Euro mehr. Das klingt erstmal nach einem klaren Sieg für die NLB. Aber es kommt nicht nur auf den Preis an, sondern auch darauf, wie viele Aktionäre tatsächlich verkaufen wollen.
Die RBI hat schon mehr als die Hälfte der Aktionäre auf ihrer Seite – sie liegt über der gesetzlichen Schwelle von 50 Prozent. Damit die NLB gewinnen kann, müssten viele Aktionäre ihre Zusage an die RBI zurückziehen und stattdessen zur NLB wechseln. Deshalb hat die RBI nun die Mindestannahmeschwelle von 75 auf etwas mehr als 55 Prozent gesenkt: So fällt es leichter, die Übernahme auch dann durchzuziehen, wenn ein paar Aktionäre zur NLB abwandern.
