Die italienische Großbank UniCredit besitzt jetzt mehr als 44 Prozent der Commerzbank – und in den nächsten Monaten wird über die Zukunft der Bank und vieler Arbeitsplätze verhandelt.
Was ist passiert? Die italienische Bank UniCredit wollte viele Aktien der Commerzbank kaufen. Das Angebot lief am 3. Juli aus. Dabei wurden 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien an die Italiener verkauft. Zusammen mit dem, was die UniCredit vorher schon hatte, besitzt sie jetzt ungefähr 44 Prozent der Commerzbank. Über weitere Optionen könnte sie sogar auf über 47 Prozent kommen. Die Commerzbank wirft der UniCredit allerdings vor, mit Tricks zu arbeiten und den Aktienanteil künstlich hochzutreiben.
Wer hilft oder vermittelt? Es gibt mehrere Stimmen, die einen ruhigen Weg suchen. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat gesagt, sie wolle sich an einen Tisch setzen und einen "konstruktiven Dialog" führen. Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU hat beide Seiten aufgefordert, miteinander zu reden. Die Bundesregierung wiederum findet das Vorgehen der Italiener "inakzeptabel", will aber gleichzeitig vermitteln, damit der Finanzplatz Frankfurt stark bleibt. Analysten erwarten, dass UniCredit in den nächsten Monaten mit der Bundesregierung über einen Kompromiss verhandelt.
