Die italienische Großbank UniCredit will mehr Anteile an der Commerzbank kaufen – deren Chefin Bettina Orlopp sagt: Kontrolle allein reicht nicht.

Die italienische Bank UniCredit hat ein Übernahmeangebot für die Commerzbank gemacht und hält jetzt mehr als 47 Prozent der Anteile. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt: «Solange es keinen Beherrschungsvertrag, keine Verschmelzung, keinen Squeeze-out gibt, muss ich unabhängig agieren, weil es Minderheitsaktionäre gibt, die ich schützen muss.» Damit meint sie: UniCredit besitzt zwar einen großen Anteil, aber noch nicht die nötige Mehrheit, um die Commerzbank komplett zu übernehmen oder alleine zu bestimmen.

Auch die Bundesregierung hat sich eingemischt. Sie ist nach der UniCredit der zweitgrößte Aktionär der Commerzbank und nennt das Vorgehen der Italiener „inakzeptabel". Orlopp sagt, kurzfristig ändere sich ohnehin nichts: Erst wenn die Europäische Zentralbank zustimmt, darf UniCredit ihre Stimmrechte wirklich nutzen.