Die weltweit wichtigste Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem eröffnet bald eine eigene Bildungseinrichtung mitten in München, um mehr Menschen über die Geschichte aufzuklären.
Stell dir vor: Eine der bedeutendsten Gedenkstätten der Welt kommt nach Deutschland. Yad Vashem aus Israel hat entschieden, ein neues Bildungszentrum in München zu bauen. Es wird das erste seiner Art außerhalb Israels sein. Der Standort ist der Karolinenplatz, ganz zentral in der Stadt. In etwa drei Jahren soll es losgehen. Eine kleinere Zweigstelle entsteht außerdem in Leipzig.
Warum gerade München? Die Stadt hat eine besondere Vergangenheit. Hier wurde vor über 100 Jahren die NSDAP gegründet. Adolf Hitler begann dort seinen Aufstieg. Yad Vashem will genau an diesem Ort ein Zeichen setzen. Der Leiter Dani Dayan sagt, die Wahl habe eine „tiefe symbolische Bedeutung“. Es geht darum, aus der Geschichte zu lernen, damit so etwas nie wieder passiert.
Das Zentrum wird ungefähr 20 Leute beschäftigen. Es richtet sich an alle, aber besonders an Lehrerinnen und Lehrer. Sie sollen dort lernen, wie man das Thema Holocaust im Unterricht gut vermittelt. Denn viele junge Leute wissen heute zu wenig darüber. Gleichzeitig nehmen antisemitische Vorfälle zu – auf der Straße, im Netz und an Unis. Das neue Zentrum soll helfen, das zu ändern.
Die Finanzierung steht schon. Bayern und der Bund unterstützen das Projekt. Politiker aus verschiedenen Parteien finden die Idee gut. Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, nennt die Entscheidung eine „Ehre“. Charlotte Knobloch, die Chefin der jüdischen Gemeinde in München, sagt, es sei die „richtige Entscheidung“. Sie findet, München sei ein „Knotenpunkt des jüdischen Lebens in Europa“.
In Leipzig wird es interaktive Lernräume geben. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hofft, dass von dort aus eine „Brücke nach Osteuropa“ entsteht. Man will mit Polen und Tschechien zusammenarbeiten. So können noch mehr Menschen erreicht werden.