Obwohl Israel und die Hisbollah eigentlich eine Waffenruhe vereinbart haben, kämpfen sie im Südlibanon weiter – und die Gewalt hat jetzt sogar noch zugenommen.
Stell dir vor, du wachst morgens auf und hörst, dass du dein Zuhause sofort verlassen musst, weil die Armee dein Dorf zum Kampfgebiet erklärt hat. Genau das ist am Samstag in sieben Dörfern im Südlibanon passiert. Die israelische Armee hat die Menschen dort aufgefordert, sofort zu fliehen. Der Grund: Israel weitet seinen Bodeneinsatz gegen die Hisbollah-Miliz aus, obwohl es eigentlich eine Waffenruhe gibt. Israelische Soldaten haben sogar den Litani-Fluss überquert, der 30 Kilometer von der Grenze entfernt ist. Die Hisbollah wiederum beschießt israelische Städte mit Raketen. Beide Seiten sagen: 'Der andere hat angefangen.'
Auch wenn die Lage gerade sehr bedrohlich wirkt: Es gibt Menschen, die trotzdem nach Lösungen suchen. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam hat sich im Fernsehen an sein Volk gewandt. Er verurteilt die israelischen Angriffe scharf, aber er will trotzdem weiter mit Israel verhandeln. Er nennt das den 'kostengünstigsten Weg' – also die Lösung, die am wenigsten Leid verursacht. Schon am 2. und 3. Juni treffen sich Vertreter beider Seiten in Washington zu neuen Gesprächen. Auch die Vereinten Nationen rufen beide Seiten dazu auf, die Gewalt zu beenden und sich an die Waffenruhe zu halten.
