Immer weniger Menschen in Deutschland finden eine bezahlbare Wohnung, weil Tausende Sozialwohnungen aus der Preisbindung fallen.
In Deutschland gibt es gerade etwas mehr als eine Million Sozialwohnungen. Das sind Wohnungen, die der Staat billiger an Menschen mit wenig Geld vermietet. Eine solche Wohnung darf aber nur für eine bestimmte Zeit günstig bleiben, meistens 20 oder 30 Jahre. Danach kann der Vermieter die Miete erhöhen. Im letzten Jahr sind deshalb rund 57.500 Wohnungen aus dieser Bindung gefallen. Gleichzeitig wurden zwar über 27.000 neue Sozialwohnungen gebaut, aber das hat den Verlust nicht ausgeglichen: Am Ende fehlen etwa 30.000 Wohnungen. Besonders schlimm ist es in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern, etwas besser sieht es in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen aus.
In Nordrhein-Westfalen allein werden in den nächsten zehn Jahren rund 180.000 Wohnungen aus der Bindung fallen. Dort sind nur noch ungefähr 7 Prozent aller Mietwohnungen Sozialwohnungen.
