Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko gibt es heftige Proteste von Lehrern, die mehr Geld und bessere Renten fordern – und die Regierung verspricht, dass alles sicher bleibt.

Was ist passiert? In Mexiko-Stadt haben Lehrerinnen und Lehrer in der Nacht zum Mittwoch das Bildungsministerium gestürmt. Sie haben mit abgebrochenen Laternenpfählen Fenster eingeschlagen, einen Wachposten verwüstet und Feuer gelegt. Die Polizei hat daraufhin Tränengas und Pfefferspray eingesetzt. Schon am Tag davor hatten Demonstranten riesige Fußballer-Figuren, die für die WM aufgestellt worden waren, umgerissen und angezündet. Die Lehrer gehören zur Gewerkschaft CNTE und streiken schon seit Tagen. Sie wollen deutlich mehr Geld – einige fordern bis zu 100 Prozent mehr Lohn – und sie wollen, dass eine Reform der Lehrerrenten wieder zurückgenommen wird. Zurzeit verdienen Lehrerinnen und Lehrer beim Berufsstart ungefähr 800 Euro im Monat. Die Regierung bietet ihnen nur 9 Prozent mehr, das reicht vielen nicht. Die Lehrkräfte haben deutlich gemacht, was passiert, wenn sich nichts ändert: „Wenn es keine Lösung gibt, wird der Ball nicht rollen.“ Die Eröffnung der WM ist am 11. Juni im Azteca-Stadion, dort spielt Mexiko gegen Südafrika. 13 von 104 Spielen finden in Mexiko statt, und zwar in Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara. Es werden rund fünf Millionen Touristinnen und Touristen erwartet.

Wer hilft? Die Präsidentin Claudia Sheinbaum hat gesagt, sie wolle die Proteste nicht mit Gewalt unterdrücken, weil die Welt zuschaut. Auf einer Pressekonferenz warnte sie: „Es gibt viel Provokationen. Sie provozieren und wollen, dass wir handeln und die Proteste niederschlagen.“ Trotzdem verspricht sie, dass das Turnier sicher wird. Ihr Außenminister Roberto Velasco hat das auch dem deutschen Außenminister Johann Wadephul bei einem Treffen in Mexiko-Stadt bestätigt: „Wir sind bereit, die Weltmeisterschaft unter Einhaltung aller erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen auszurichten“ und „Wir sind eine Demokratie, wir sind ein Land der Freiheiten“. Für die Sicherheit sollen mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private Sicherheitsleute sorgen, dazu kommen Drohnen, Militärflugzeuge und Sprengstoffspürhunde. Neben den Lehrern machen noch andere Gruppen auf Probleme aufmerksam: die Angehörigen von rund 130.000 vermissten Personen. Sie nutzen die WM-Aufmerksamkeit mit dem Slogan „Der Ball kehrt zurück nach Hause – und sie, wann?“, um an das Schicksal ihrer Familienmitglieder zu erinnern. Auch Bauern und Lastwagenfahrer wollen demonstrieren.