In Wien wurde eine berühmte, aber sehr umstrittene Statue des früheren Bürgermeisters Karl Lueger jetzt leicht schräg aufgestellt – als Kunstprojekt und Mahnmal.

Was ist passiert? Am Wiener Stubenring steht seit Donnerstag eine Statue, die um 3,5 Grad geneigt ist. Sie zeigt Karl Lueger, der von 1844 bis 1910 lebte und Bürgermeister von Wien war. Lueger ist vor allem wegen antisemitischer Aussagen und Politik heftig umstritten. Eine Künstlergruppe und die Stadt Wien haben sich entschieden, die Statue nicht zu entfernen, sondern schräg zu stellen und mit einer großen Informationstafel zu erklären. Das Kunstprojekt heißt „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ und wurde von Klemens Wihlidal entworfen.

Wer hilft und wer klärt auf? Verantwortlich ist Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Sie hat ein wissenschaftliches Team eingebaut, unter anderem eine Expertin des Jüdischen Museums Wien. Vor der Statue gibt es eine große Tafel, die erklärt, wer Lueger war und warum der Bildhauer Josef Müllner Antisemit war. Außerdem plant die Stadt ein Lernprogramm für Schulen und Jugendliche, damit alle die Geschichte hinter dem Denkmal kennenlernen können.