Forschende sagen: Der offizielle Bericht zu Europas Badegewässern sieht gut aus, lässt aber manche Schadstoffe außen vor.

Jedes Jahr im Sommer prüft die Europäische Umweltagentur (EEA), wie es um die Wasserqualität an Stränden, Seen und Flüssen in der EU bestellt ist. Im Juni kam der Bericht heraus: Rund 96 Prozent der Badestellen haben demnach gute Qualität, fast 85 Prozent sogar „ausgezeichnet". Das klingt erst mal beruhigend. Aber Recherchen der Plattform Correctiv zeigen jetzt: Dieser Blick ist zu eng. Denn gemessen werden vor allem zwei Bakterien aus Kot – und nicht alle Stoffe, die im Wasser problematisch sein können.

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigen die Sorge. Der Toxikologe Hans-Jörg Martin vom Uniklinikum Kiel sagt: „A water body can exceed the limit values for chemical substances and still be classified as excellent. That is misleading." Der Chemiker Markus Große Ophoff von der Universität Osnabrück ergänzt, dass sich manche Stoffe wie PFAS vor allem in Schaum an der Wasseroberfläche sammeln. Auch Blaualgen (Cyanobakterien) werden im Bericht nicht eigens bewertet, obwohl sie sich bei Hitze stark vermehren können.

Was kannst du tun? Achte vor dem Baden auf Hinweisschilder an der Badestelle und auf aktuelle Warnungen von Behörden oder Gesundheitsämtern. Meide stark schäumendes Wasser und Bereiche mit sichtbaren Algenteppichen. Wenn du nach dem Baden Magenprobleme oder Hautreizungen bekommst, informiere am besten deine Ärztin oder deinen Arzt und auch das zuständige Gesundheitsamt – so helfen Forschenden, ein genaueres Bild zu bekommen.